Altherrentour des STOC Nord durch Mecklemburg-Vorpommern

oder

 

 

Nee, watt jeht et uns jut !!

 

 


 

08. - 11.10.2012

 

Nach diesem Motto gehen die "Elder Gents" des STOC Nord auf Altherrentour.

Peter und Günni hatten es Mitte des Jahres vorgemacht: Ein feine "Rentnertour" durch Schleswig-Holstein´s ostwärtiges Nachbarbundesland. Dabei hatten sie offensichtlich viel Spaß, sodass ich die Idee aufnahm und zur "Altherrentour 2012" durch Meck-Pomm einlud.

Die Reiseroute
Die Reiseroute

Schnell war eine Route kreiert nach dem Motto: Mehr cruisen und reisen denn flitzen und rasen. Die Popos sollten geschont, kleinste und feinste Sträßchen befahren, idyllische Plätze gefunden und Zeit zum Plaudern geschaffen werden. Auch Übernachtungsstationen fanden sich schnell. Dabei half auch der Blick in die Unterkunft-Empfehlungsliste unserer eigenen Homepage. Doch dazu später mehr.

Die Reisegruppe
Die Reisegruppe

Mit Gerhard, Günni, Günther, Peter, Rolf M. und mir fand sich eine Crew in passender Größe und einer Mischung an Charakteren und Temperamenten, die eine fröhliche Reise versprach.

Los ging es am 08.10.2012 mit Kaffee und Hörnchen auf meiner Terrasse. Terrasse heißt auch: Das Wetter war nach garstigen Tagen in der vorangegangenen Woche zum genau richtigen Augenblick auf "heiter" umgeschwenkt - schöööön !

Fischbrötchen in Sternberg
Fischbrötchen in Sternberg

Kurz nach 1000 Uhr setzte sich der Trupp Richtung Schwerin in Marsch. Kurz bevor die Landeshauptstadt erreicht war, gab es eine kurze Sattelrast und erste Abstimmung mit dem Ergebnis, dass die erste Snackstation das "Hotel Seewisch" am Schweriner See sein sollte. Aber hier bewies ich als Guido meine erste Schwäche... Seewisch in Flessenow war nicht mehr in der Strecke, nachdem ich auf Teilnehmerwunsch die Route des ersten Tages etwas gekürzt hatte. Ersatzweise gab es - sehr zum Leidwesen des Fisch-Feinkost-Verächters Gerhard - Fischbrötchen in Sternberg am Neuklostersee. Leider bot uns das Fischgeschäft zwar sehr schmackhafte Fischbrötchen aber keinen Kaffee und erst recht kein "Häuschen". Also musste bei nächster Gelegenheit noch ein Ergänzungs-Stopp her.

In Waren an der Müritz
In Waren an der Müritz

In unserem Tourenplan warf uns das allerdings kaum zurück. Zu passender Zeit erreichten wir Waren an der Müritz und kehrten dort auf einen Kaffee und eine kleine Leckerei ein. Der gewählte Platz bot einen wirklich feinen Blick auf die Marina Waren und regte die Diskussion um das auf der mecklemburgischen Seenplatte so beliebte "Hausbootwandern" an.

Überhaupt: Es war schon fantastisch durch diese von Kanälen und Wasserflächen durchzogene Landschaft zu cruisen!

"Fährkrug" am Fährsee
"Fährkrug" am Fährsee

Gegen 1730 Uhr trudelten wir dann nach einem Tankstopp in Templin im "Hotel Fährkrug" ein. Dieses Haus, dass sich auch auf der Empfehlungsliste unserer Homepage befindet, ist tatsächlich einen Übernachtungshalt wert. Schöne Zimmer in einem angenehmen Haus und einem idyllischen Umfeld direkt am Fährsee. Auch das Essen ist ok - nur die schnippisch-kecke Bedienung erfordert einen resoluten Gast. Das ändert nichts daran, dass wir gut gelaunt unser erstes Reisebier auf die Schutzengelchen tranken und nachdem wir uns aufgehübscht hatten auch einen feinen Gemeinschaftsabend verbrachten.

Strandhalle Mönkebude
Strandhalle Mönkebude

Am Morgen des 09.10.2012 startete die Truppe nach meiner obligatorischen "auf-dem-Parkplatz-vor-Tourbeginn-Zigarette" in Richtung Stettiner Haff. Genauer: Nach Rast in Torgelow und Pipi-Stopp im Eggesiner Wald führte uns die Route in die beschauliche Marina von Mönkebude. Auf der Terrasse der Strandhalle genossen wir windgeschützt und fröhlich plaudernd einen erträglichen Kaffee und eine scheußliche Wurst. Meine Freundin Petra, die dort geboren ist, hatte mich gewarnt: Nicht! in die Strandhalle!... aber man sitzt dort sehr schön und hat einen tollen Blick über das Haff.

Hubbrücke Karnin
Hubbrücke Karnin

Dann ging es weiter - jetzt drehte die Route nach Nordwesten ein - über die Peenebrücke auf die Insel Usedom. Die alte, im 2. Weltkrieg zerstörte Hubbrücke bei Karnin, war uns einen ausführlichen Halt wert. Schon erstaunlich, was konstruktive Ingenieurskunst zustande bringt und ebenso destruktive Ingenieurskunst mittels Waffen- uns Sprengtechnik wieder zunichte machen kann.

Koserower Salzhütte
Koserower Salzhütte

Da wir die Nacht auf Rügen verbringen wollten, gab es auf Usedom nur noch einen weiteren Stopp. Die "Koserower Salzhütte" bietet ein wirklich nettes Plätzchen für einen Halt auf der Reise. Wie bei eigentlich allen unseren Haltepunkten hatten wir wieder eine glückliche Hand. Idyllisch und mit schönem Ausblick auf die Ostsee bietet dieser Platz dass, was der Reisende sich in dieser Gegend nur wünschen kann.

"Murmel"
"Murmel"

 

 

Rügen erreichten wir dann nach einem Zwischenstopp. Das Wetter trübte sich zusehends ein, sodass "Murmel", mein Maskottchen (lieben Dank an Gaby für diesen Reise-Glücksbringer!), ran musste - mit Erfolg.

Wolfgang kommt
Wolfgang kommt

Über die Rügenfähre Stahlbrode - Glewitz erreichten wir trocken unser zweites Nachtquartier. Oder vielmehr: vier von sechs Teilnehmern kamen trocken an. Gerd und Günther erhielten bei der Fährfahrt in rauer See jeweils eine kleine kostenfreie Meeresdusche.

Das "Hotel Zur Kastanie" in Sehlen hielt im wesentlichen zwei Überraschungen parat.

Die schöne Überraschung: Da denkt der Reisende an nix Böses, taucht da aus heiterem Himmel unser Wolfgang auf! Dieser hatte beschlossen, dass sein Betrieb drei Tage auf ihn verzichten kann und er die Zeit nutzt, um uns Reisebegleitung zu sein - schöööön !!!

Die weniger schöne Überraschung: Das Hotel ist eher ein Hotel-garni, in dessen Infrastruktur sich - unter anderer Leitung - ein Restaurant befindet. Öffnungszeiten: 1700 - 2100 Uhr. Davor und danach: Nix, rien, niente, nüscht... kein Bier, kein Service... Wüste. Absolut ungeeignet für reisende Biker. Dazu eine eigenwillige Restaurantchefin, die den Kundenwunsch nach ihren Interessen zu verdrehen versucht. Dies ergänzt mit einer wohlklingenden Speisekarte, die einen offensichtlich überforderten Koch provoziert. Trotz sehr ordentlichem Frühstück und dem angenehmen Restaurantambiente keine Empfehlung. Die Laune ließen wir uns davon natürlich nicht verderben! Und wie sagte Peter: Im Nachhinein entstehen aus den kleinen Pannen die intensivsten Erinnerungen und manch kleine Anekdote. Recht hat er!

Seebrücke Sellin
Seebrücke Sellin

Der nächste Morgen empfing uns kühl, nieselig und mit schlechter Fernsicht. Zwar war die Wittower Fähre schnell erreicht und brachte uns wie gewünscht auf die Halbinsel Jasmund. Doch ich hatte uns vor und nach dem Kap Arkona kleinste, zu großen Teilen aus Betonstegen bestehende Sträßchen ausgesucht, die uns einen tollen Blick auf die See ermöglichen sollten. Nässe, schlechte Sicht und "Glitsche" machten das Fahren dort aber anstrengend und unsicher. Wir kamen nur schleppend voran. Und die erhoffte tolle Aussicht konnte man nur erahnen, keineswegs genießen. Also runter vom Betonsteg und zurück auf die Landstraße. Trotzdem waren wir so in Zeitverzug, dass der nächste Sightseeing-Halt erst in Sellin erfolgte.

Sellin und seine Seebrücke - dazu muss wohl nicht viel gesagt werden. DER Eyecatcher schlechthin - bei schönen Wetter traumhaft - bei durchwachsenem Wetter immer noch einen Stopp wert!

Thomas ist da!
Thomas ist da!

Den Halt in Sellin hatte ich zeitlich so gelegt, dass wir zum nächsten Zwischenziel gegen 1330 Uhr in Alt-Reddevitz im Gasthaus "Kliesow´s Reuse" ankommen würden. Das hatte einen schönen Grund. Als wir in den Ort hineinrollten, stand da plötzlich Nicole am Straßenrand und wenige Augenblicke später tauchten Thomas und Sohn Bjarne auf. Da diese drei zur gleichen Zeit eine automotorisierte Urlaubswoche auf Rügen verbrachten, ergriffen Thomas (als Ideengeber) und ich die Chance, die Reisegruppe der "Older Gents" an diesem Treffpunkt zu überraschen - und das gelang vollständig. Nebenbei erwies sich der Gasthof als sehr angenehme, durchaus empfehlenswerte Pausenstation - leider nicht mit direktem Blick auf die Hagensche Wiek.

Etwa eine Stunde verweilten wir in Alt-Reddevitz, um danach Rügen auf kleinen Straßen und über die alte Strelasundquerung, die Ziegelgrabenbrücke, zu verlassen. Absicht war es, mit einem Schlenker über den Darß hinweg, unser heutiges Nachtquartier anzusteuern. Da ein Teil der Reisenden etwas Popo-müde war, wurde der Plan geändert. Im Zuge einer letzten Rast - kurz vor dem Darß - teilten wir den Trupp auf. Unter Günni´s Führung flitzten Gerhard und Peter auf kurzem Wege ins Etappenziel, während Günther, Rolf und Wolfgang mir über den Darß folgten - zumindest bis Prerow. Dort versagte plötzlich mein Navi und ich wurde in der Spitze kurzerhand durch Wolfgang abgelöst - hat er gut gemacht!

Gutshaus Neu Wendorf
Gutshaus Neu Wendorf

Und noch einer hat es gut gemacht - nämlich der Günther. Beim Übernachtungshotel, dem Gutshaus Neu Wendorf angekommen, gelang es seinen heilenden Händen,  mein Navi wieder zur Vernunft - heißt: zur Funktion - zu bringen. Danke!

Apropos Gutshaus Neu Wendorf. Das hatten wir auf Empfehlung von Günni und Peter angesteuert. Und dieses Haus ist tatsächlich eine Empfehlung wert. Sehr abseits gelegen, in schöner Landschaft eingebettet - Idylle pur. Sehr nette Wirtsleute und freundliches Personal. Das alles in einer Infrastruktur, die die Pracht nach "Gutsherrenart" nachempfinden lässt. Nicht unerwähnt bleiben soll das excellente Abendessen in sehr ansprechendem Ambiente - klasse!! Rundum zufrieden begaben wir uns zur Nachtruhe und freuten uns auf den nächsten Tag, für den der Wetterdienst durchgängig einen sonnigen Himmel vorausgesagt hatte.

feucht und kühl
feucht und kühl
Warnemünde
Warnemünde

Nun, ´n büschen anders kam es dann doch. Der 11.10.2012 empfing uns trüb, nieselig und kühl. Dennoch ging es gut gelaunt Richtung Rostock - respektive Warnemünde. Im Zuge der Fährfahrt über den Seekanal übernahm der hier ortskundige Günni noch einmal die Führung, da er festgestellt hatte, dass die von mir gewählte Route in Fußgän-gerbereichen stecken bleiben würde. Wir schlenderten dann über die Seepromenade Richtung Hafen und bewunderten unterwegs so "dies und das".


Und da Günni nun "Guido-Blut" geleckt hatte, bugsierte er uns gleich weiter durch Heiligenhafen bis zum Tankstopp nach Kühlungsborn. Hier mussten wir unseren Peter verabschieden, der am nächsten Tag Geburtstag hatte und deshalb Wert darauf legte, noch seine Abendfähre nach Amrum zu erreichen.

Marina Timmendorf
Marina Timmendorf

Inzwischen hatte auch das Wetter ein Einsehen - heißt: es klarte auf und wurde freundlich. Wir übrig gebliebenen setzten also die Fahrt über kleine und feine Straßen fort. Zunächst bis Timmendorf auf der Halbinsel Poel bei Wismar. Dort gab es lecker Fischbrötchen und für Verweigerer der Gemeinschaftsverpflegung eine Frikadelle - gelle Gerhard? Diese Ecke in MVP ist übrigens auch immer einen Reisestopp wert.

Fährhaus Rothenhusen
Fährhaus Rothenhusen

 

Den Ausklang fand unsere Reise im "Fährhaus Rothenhusen" am Nordzipfel des Großen Ratzeburger Sees. Dieses kleine und versteckt liegende Wirtshaus ist ein richtiges Kleinod. Und es bildete den passenden Rahmen für die "Older Gents" sich in Startpunktnähe wieder voneinander zu verabschieden.

Was bleibt - aus meiner persönlichen Sicht - in der Rückschau?

Nun, ich hatte mich durch die schöne "Rentnertour" von Günni und Peter animieren lassen, soetwas auch für alle "nicht-mehr-arbeiten-müssenden" des STOC Nord anzubieten. Es haben sich 6+1 zum Mitmachen gefunden. Prima!

Ca. 1.100 Km in vier Tagen. Ich hatte mich bemüht, sorgfältig die Route zu planen und diese auf verkehrsarme und landschaftlich reizvolle Straßen zu legen. Dies hat wohl auch geklappt und fand Anklang - abgesehen von den Betonstreifen auf Rügen bei Nässe und schlechter Sicht. Ich als Guido hatte jedoch - insbesondere an diesem Tag - ständig das Gefühl, dass wir zu schleppend voran kamen. Dies müsste in einer neuen Reiseplanung seine Berücksichtigung finden.

Ich hatte gehofft, dass sich eine Gruppe zusammenfinden würde, die gut gelaunt und kameradschaftlich diese vier Reisetage miteinander verbringen würde. Hoffnung erfüllt!

 

Ob ich noch einmal eine solche Reise initiieren werde? Hm? Das hängt in erster Linie davon ab, ob die Kameraden in der Retrospektive ein ebenso positives, nach Neuauflage rufendes, Resümée ziehen wie ich.

Herzlichst

Euer Tour-Guide

 

Achim

 

 

 

Bilder von Wolfgang und vor allem von unserem fleißigen Hoffotografen Gerhard.

Herzlichen Dank !

 

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