Honda CBF600SA (PC43)

 

 

Redaktionsstand: 25.06.2019

 

Gesucht wurde ein einsteigergerechtes, unkompliziertes und robustes Motorrad. Es sollte nicht zu schwer, gebraucht nicht zu teuer und auch zum Tourenfahren geeignet sein. Entsprechend der Erfahrung: "Honda baut hochwertige, zuverlässige, im Detail durchdachte und wertbeständige Motorräder", standen bald nur noch Deauville oder CBF600 auf der Kandidatenliste.

Zugunsten der Deauville sprach der Kardanantrieb und die serienmäßige Tourer-Ausrüstung. Die CBF600 warf vor allem ihren tollen vibrationsarmen und drehfreudigen 4-Zylinder-Motor und ihren häufigen Einsatz bei Fahrschulen in den Ring, was auf problemloses Handling schließen lässt.

Das Pendel schlug in Richtung CBF600 aus. Nun war noch zu prüfen: Modellvariante PC38 (Bj. 2004 - 2007) oder PC43 (Bj. 2008 - 2013)?

Das war rasch geklärt. Die neuere Maschine kam bei unverändert 78 PS mit

  • Einspritz- statt Vergasermotor,
  • Alu- statt Stahlrahmen (Gewichtsersparnis 5 KG, Zuladung +16 KG = 191 KG),
  • größerem Tank (20 statt 19 Liter),
  • neuen Federelementen,
  • neuer Sitzbank (15 mm niedriger, jedoch höhenverstellbar),
  • überarbeitetem Cockpit,
  • längerer Schwinge,
  • kürzerer Getriebeübersetzung,
  • Wegfahrsperre und
  • Integralbremse (bei ABS)

daher und war leicht auf 48 PS zu drosseln (ca. 150 € inkl. Montage).

Wermutstropfen: die bisherige serienmäßige Lenkerverstellung entfiel.

Die CBF600 gibt es in den Varianten "600N" (ohne Verkleidungen), "600S" (mit Cockpitverkleidung) und "600S - Touring Edition". Ein jeweils angefügtes "A" weist auf eine Variante mit "ABS" hin.

 

Wir reden im weiteren Text - sofern nichts anderes vermerkt ist - über die auf 48 PS gedrosselte "Touring Edition"-Version auf der Gaby inzwischen ca. 7.000 km zurückgelegt hat.

 

Mit "Möhre" ein liebevoller Name für das Bike gefunden.  :-))

Weitere Technische Daten:

In der ungedrosselten Version leistet der Motor 78 PS, bietet angemessene 59 Nm Drehmoment und sprintet mit dem 230 KG schweren Motorrad auf weit über 200 km/h. Selbst die 48 PS der "Möhre" schaffen gut 180 km/h (Tachoanzeige). Damit ist Frau, solange sie kein Gepäck mitschleppt, wirklich ordentlich motorisiert und schafft - mutiges Drehen am Gasgriff und flottes Schalten vorausgesetzt - auch Überholvorgänge auf der Landstraße.

Geschaltet wird über ein sehr eng abgestuftes 6-Gang-Getriebe, dass sich angenehm leichtgängig betätigen lässt. Die Kupplung ist zwar gut dosierbar aber am Handgriff nicht ganz so leichtgängig. Außerdem liegt der nicht verstellbare Hebel für kleine Hände etwas weit weg vom Lenkerende.

Die 20-Liter-Tankfüllung reicht für gut 400 Km bei Landstraßentempo.

 

 

Gebremst wird über Scheibenbremsen, zwei 3-Kolben-Bremsen vorn und eine 1-Kolben-Bremse hinten.

 

Verbunden sind die Bremsen über ein ABS-geregeltes teilintegriertes CBS (Combined Brake System). Die Betäti-gung der Hinterradbremse wirkt auch auf das Vorderrad.

 

Das funktioniert ausgesprochen gut, bei geringer Handkraft und ist gut dosierbar.

Der "leichtfüßige Sporttourer"?

Die Fahrerin ist vom Wunsch nach der Tour über kleine und kleinste Straßen beseelt. Dazu ist ein Motorrad erforderlich, dass sich gut durch schmale Passagen und um enge Kurvenradien dirigieren lässt und aus diesen heraus sich möglichst souverän und ruckelfrei Beschleunigen lässt. Kriterien, die die CBF uneingeschränkt erfüllt!

Reifen können den Charakter des Motorrades gut vom "Sportler" zum "Tourer" und umgekehrt verschieben. Der Wechsel auf die jetzt montierten Metzeler Z8 hat dem Wunsch nach Toureneigenschaft gut getan. Reduziert nervöse "Kippelneigung", ist gutmütig und verhält sich vorhersehbar.

Ferner sollten Zwangspausen durch vorgeschriebene Wartungen möglichst weit auseinander liegen. Der Inspektionsrhythmus beträgt 6.000 Km oder 1x jährlich. Das ist nicht überragend, jedoch für Motorräder dieses Baujahres (auch beim Wettbewerb) durchaus üblich und damit akzeptierbar.

Weitere "Toureneigenschaften"

 

Die Serienscheibe der CBF600S steht recht flach im Wind und ist sportlich kurz ausgelegt. Bei höherem Tempo ergibt sich kräftiger (und ermüdender) Wind-druck auf dem Oberkörper. Auch wird bei Regen die Oberbekleidung nasser, als es wünschenswert ist und der Oberkörper kühlt aus.

 

Dem entgegen wirkt eine geänderte Scheibe. Einzel-heiten dazu sind hier zu finden. Das Bild zeigt bereits die Nachrüstscheibe von GIVI.

Auf der Seriensitzbank sitzt es sich ganz ordentlich und diese ist auch 3-fach höhenverstellbar.

Probleme können FahrerInnen bekommen, die entwe-der recht langbeinig sind oder die Sitzbank zugunsten des sicheren Standes tief einstellen. Folge ist, dass sich dann die Sitzknochen exponiert auf den Sitz drücken und mit der Zeit Sitzschmerz auslösen.

Abhilfe kann eine Sitzbank von SHAD schaffen, die etwas anders gepolstert ist, in der Oberfläche dem Rutschen entgegenwirkt und auch gleich mit einer Sitzheizung ausgestattet wurde. Details hier.

Zur Sitzbank kam eine Lenkererhöhung mit ABE von SW-MOTECH hinzu. Auch das trägt zum entspannten Sitzen bei.

Die Fahrerin nennt den Komfortgewinn "gravierend". Keine verkrampften Hände und kein Kribbeln in den Daumen mehr.


Erhöhung = 20 mm, ca. 5 mm weiter zum Fahrer. Kosten: ca. 50 €, Zeit: ca. 15 Minuten

Apropos Heizung. Fahrer, die möglichst früh im Jahr ihre Saison beginnen und erst im November an den Jahresabschluss denken, wissen natürlich auch eine Griffheizung zu schätzen. Das lässt sich in einer Fachwerkstatt für ca. 150 € bewerkstelligen.

Kommt jetzt noch ein Stromanschluss für ein Handy hinzu (ca. 40 €, inkl. Montage), kann dieses preiswert in einer Lenkertasche mitgeführt werden und bringt die Fahrerin/den Fahrer auch zuverlässig wieder nach Hause. Das Teil trägt übrigens deutlich weniger auf, als das Bild es erscheinen lässt. Trotzdem ist es eine Notlösung für gelegentliche Alleinfahrten. Preis: ca. 15 €.

 

"Für unterwegs" wurde noch eine leichte Gepäcklösung benötigt.

 

Dies erfüllt das kleine 28-Liter-Topcase von GIVI ganz excellent. Es nimmt Handtasche oder Helm/Hand-schuhe/Navi/Handy & Co klaglos auf.

 

Einzelheiten hier

Was schließlich noch fehlte, war eine Ganganzeige, da das eng gestufte Getriebe es zumindest in der gedros-selten Version wirklich schwer macht, nach dem Gehör oder Drehzahlmesser den gerade eingelegten Gang zu identifizieren.

 

Gekauft von einem chinesischen Anbieter über Amazon, war die Anzeige nach 4 Tagen für 38 € hier. Sie wird an die Diagnoseschnittstelle gesteckt und funktioniert tatsächlich "Plug & Play".

 

Haken an der Sache: Ich war nicht in der Lage die schicke "Travel Edition"-Verkleidung abzubauen und musste mit dem Einbau in die Werkstatt. Kosten: 100 €

 

Aber irgendetwas ist ja immer...  :-))

 

 

Und nun?

 

Nun ist die Fahrerin mit ihrer "Möhre" höchst zufrieden und lächelt glücklich  :-))

 

 

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