Honda NC750X DCT - RH09 (ab 2021)

oder

Eine wirklich gute Entscheidung !

 

Text: Gaby

Redaktion: Achim

Bilder: Achim

Redaktionsstand: 12/2021

Bezüglich des Fahrens und der Ergonomie war ich schon mit meiner bisherigen NC750X DCT (Modell RC90, Modelljahr 2016-2020, Fahrbericht hier) äußerst zufrieden. Ins-besondere das DCT, also das automatische Doppel-Kupplungs-Schaltgetriebe, hatte es mir angetan.

Warum also jetzt der Wechsel auf das neueste (Nachfolge-)Modell?

Nun: 2x hatte mich die Vorgängermaschine mit plötzlich absterbendem Motor geärgert. Zwar wurde die Störung beseitigt, doch konnte die Werkstatt die auslösende Ursache nicht finden/beheben. Und im Herbst 2020 war ich auf feuchtem Sand ausgerutscht. Ein an sich eher harmloser "Crash", der dennoch richtig T€uros zur Reparatur der Kunst-stoffteile gekostet hätte.

Da kam doch der Blick auf die neue RH09-Variante, die ab 2021 lieferbar sein sollte, genau zur passenden Zeit. Und dieser Blick zeigte doch einige Änderungen/ Verbesserungen im Detail, die verlockend erschienen. Auch mein Ratgeber Achim bestärkte mich zum Wechsel.

Nach ca. 4 Wochen "Lieferverzug" (Ihr erinnert Euch: Corona brachte die Lieferketten durcheinander und zu allem Überfluss steckte die "EverGiven" im März im Suez-Kanal fest) hatte das erwartungsfrohe Entgegenfiebern am 23.04.2021 ein Ende:

 

Übergabetermin !!

Doch was hat sich nun im Detail geändert?

  • Die Federwege wurden um ca. 30 mm gekürzt und damit eine um 30 mm auf 800 mm verringerte Sitzhöhe erzielt. Das ist gravierend! Und obwohl ich nicht zu den "Kurzbeinern" gehöre, erleichtert es das Aufsitzen deutlich und ergibt einen noch sicheren Stand. "Enduro-Fahren" gehört damit wohl der Vergangenheit an, doch mit schlechten Straßen und mecklenburger Kopfsteinpflaster wird das Fahrwerk immer noch prima fertig!
    Die Sitzhöhenänderung hat übrigens keine Nachteile für den Kniewinkel oder die Schräglagenfreiheit!
  • Der Gasgriff wurde von Seilzug auf "Fly-by-wire" umgestellt. Der kleine Ruck beim Öffnen der Drosselklappen gehört damit der Vergangenheit an - gut!
    Damit einher geht auch die neue Auslegung der Fahrmodi Standard, Sport, Rain und "USER" (individuell belegbar), sowie der Traktionskontrolle.
  • Jetzt sind auch die Blinker auf LED umgestellt und hübsch zierlich geworden. Vorne leuchten sie als "Positionslampen" stets mit. Das verbessert die Sicht-barkeit und klappt gut. Bei einer Notbremsung schaltet sich die Warnblinkanlage automatisch ein.
    Auch der Hauptscheinwerfer erfuhr eine positive Änderung: Sein Abstrahlwinkel wurde verbreitert und nun ist "Licht an" auch schräg von vorne deutlich zu sehen.
  • Die Batterie wanderte von Lenkkopfnähe zur Fahrzeugmitte vor den Fahrersitz: Das verbessert die Schwerpunktlage.
    Einen kleinen 1-l-Zugewinn an Stauraum erzielte dabei das Ablagefach unter der Tankattrappe. Jetzt passt wohl auch ein Helm mit größerer Außenschale rein. Ich nutze es allerdings eher für Regenzeug, Reiseproviant und Kleinkram.
  • Bei der Überarbeitung des Motors auf EURO 5 stieg die Motorleistung um 5 auf 59 PS. Davon profitiere ich bei meiner gedrosselten "48-PS-Version" natur-gemäß nicht. Deutlich spürbar ist jedoch auch in meiner Version das um ca. 600 U/min (auf 6750 U/min) verbreiterte Drehzahlband in Kombination mit den kürzer übersetzten ersten drei Gangstufen. Beim Beschleunigen aus engen Kurven und bei Überholvorgängen ist dies ein deutlicher Gewinn!
    Dabei blieb der Durchschnittsverbrauch bei erfreulichen ca. 3,5 l/100km. Damit ermöglicht der 14-l-Tank tankstoppfreie 300 km und lässt dann noch 50 bis 80 km "Reserve", um die nächste Tanke anzusteuern - prima!
  • Das Anzeigen-Display ist jetzt aufgeräumter und dank größerer Darstellung deut-lich besser ablesbar. Die Oberfläche ist bei Sonneneinstrahlung weniger spiegelnd - gut! (Allerdings dürften die Verfasser der Bedienungsanleitung gerne einen Einsteigerkus für Lyriker belegen! Gruselig, diese verwirrende Anleitung!)
  • Das DCT-Getriebe kann wie bisher über Schaltwippen an der linken Lenkerarmatur manuell gesteuert werden. Die beim Vorgängermodell verfügbare Nachrüstlösung, dies auch über einen Fußschalthebel zu machen, wurde leider nicht mehr realisiert.

Was musste aus meiner "Tourenfahrer"-sicht geändert/ergänzt werden?

Honda OEM-Gepäckträger
Honda OEM-Gepäckträger

Da ich gerne auch mehrtägige Touren unter die Räder nehme, musste eine Gepäcklösung an Bord.

Das bei Bestellung noch spärliche Prospektmaterial ließ mich hoffen, dass der aufpreispflichte Honda-OEM-Gepäckträger die passende Lösung zur Adaption von Topcase und Koffern liefern würde. Doch weit gefehlt! Diese Konstruktion würde jedem Hirsch als Geweih zur Zierde gereichen. Es baut so hoch und breit, dass das Auf-/Absitzen zur Quälerei wird.

Im ersten Schritt also runter mit dem Ding, die Standard-Soziushaltegriffe montiert und diese mit dem "Hepco & Becker" "C-Bow-Seitenträger" kombiniert (ca. 190 €). Das hatte für mich gleichzeitig den Vorteil, dass ich die noch von der Vorgängermaschine vorhandenen "Royster C-Bow Seitentaschen" (ca. 250 €) recyceln konnte.

Mit dem zweiten Schritt habe ich die C-Bow-Halter durch den auch von H&B stammenden "Minirack Heckträger" (ca. 170 €) ergänzt. Anders als es beim Honda-Träger war, ließ sich hierauf auch mein einfaches aber heiß geliebtes (weil schön zierlich!) und noch vorhandenes "Givi-Topcase" (ca. 40 €) montieren.

"Kobra" Handprotektoren
"Kobra" Handprotektoren

Vom ausliefernden Händler hatte ich die eigentlich noch für die Vorgängermaschine angeschafften SW-Motech "Kobra"-Handschützer anbringen lassen (ca. 150 €).

Das ließ sich erfreulicherweise realisieren. Denn Handschützer, in Kombination mit dem Griff der DCT-Feststellbremse an der linken Lenkerarmatur sind etwas "tricky". Außerdem muss darauf geachtet werden, dass auch bei Lenkvollanschlag die Handschützer nicht an das Windschild stoßen.

Apropos Windschild: Bei meiner Größe und mit meinem Helm passte das Serienwindschild nicht. Zu laut und zu verwirbelt am Kopf. Das bei Honda erhältliche "Hohe Windschild" (ca. 140 €) brachte die erhoffte Ruhe.

Außer ihrer Hauptfunktion "Hände und Lenkerarma-turen" schützen, halten diese Dinger auch kalte Luft von den Händen fern.

Das funktioniert perfekt, wenn eine wirksame Griff-heizung ergänzt wird. Die von mir gewählte 5-stufige Original-Honda-Lösung ist mit ca. 330 € leider recht teuer. Sie hat jedoch anders als alle mir bekannten Ersatzlösungen den Vorteil, dass die Griffe dadurch nicht dicker auftragen. Ein wichtiger Vorteil für kleine Hände!

Schon bei den ersten Ausfahrten stellte sich heraus, dass die Fahrersitzbank und mein Popo nicht wirklich kompatibel waren. Mein erster Blick galt einer SHAD-Sitzbank, mit der ich auf der Vorgängermaschine sehr zufrieden war. Doch die war, zumindest im 1. Halbjahr 2021, (noch?) nicht lieferbar.

Einem Tipp meines Händlers folgend, landete ich bei der "Sattlerei Schauland" in Kiel, die eine Anpassung vornahmen und auch gleich eine Heizmatte einlegten. Das hat gut funktioniert und in Summe ca. 200 € erfordert. Den elektrischen Anschluss erledigte später mein Händler.

 

Die Vorderradabdeckung ist sehr kurz geraten. Das Rad wirft Schmutz bis in die Kühlerlamellen. Eine Kotflügelverlänge-rung schafft ganz ordentliche Abhilfe für ca. 30 €.


Der Seitenständer ist im Kippgelenk etwas "wackelig" ausgefallen. Bisweilen beste-hen Bedenken, dass Motorrad könne nach links überkippen.

Abhilfe schafft eine "Hepco & Becker"-Seitenständerplatte für ca. 50 €.


Um Ladestrom für die heute üblichen externen Geräte zu bekommen, sieht Honda gegen Aufpreis eine USB-Ladebuchse in der Tankattrappe vor. Eine für mich nicht praktikable Lösung, da ich zur Navigation und Kommunikation ein am Lenker montiertes Smartphone benutze. Ein Kabel aus dem Fach zum beweglichen Lenker - ein NoGo!

Abhilfe schaffte mein Händler mit einer lenkerfesten DAYTONA-USB-Ladebuchse und meine noch von der Vorgängermaschine vorhandene Handy-Halterung aus dem "Brodit"-Sortiment.

Zusammen mit dem erforderlichen kurzen Ladekabel eine Investition von ca. 150 €.

 

Und sollte nun das Christkind auch noch eine moderate Lenkererhöhung zur Entlastung der Handgelenke dabei haben... nicht auszudenken... dann ist alles perfekt!  ;-)

Fazit

 

Ich bin von einem wirklich tollen Motorrad auf ein in Details noch einmal spürbar verbessertes Nachfolgemodell umgestiegen.

Das DCT in Kombination mit dem niedertourigen Motor bei überschaubaren 224 kg (fahrfertig) erfüllen meine Vorstellung vom Motorradfahren perfekt. Die Motorleistung und die Fahrzeugauslegung können Sportbegeisterte wohl nicht vom Hocker hauen. Doch unter 6 sek von 0 auf 100 km/h und gut 160 km/h in der Spitze reichen zur fröhlichen Gemeinschaftsausfahrt und auch zur Tour mit mittlerem Gepäck für mich völlig aus.

Auch auf der Kostenseite [Anschaffung ca. 10.000 €; Zubehör ca. 1.700 €; Inspektion: alle 12.000 km oder 1x jährlich] dämpft dieses schicke und alltagstaugliche Motorrad die Fahrfreude nicht allzu grob - TOP!

Und deshalb grüßt Euch zum Abschluss dieser Zeilen eine fröhliche und besitzerstolze

 

Gaby

 

 

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