Suzuki Burgman AN650Z  -  Fahrbericht

 

 

Text: Gerhard, Redaktion: Achim

Fotos: Gerhard

 

03/2021

 

 

Suzuki Burgman AN650A
Suzuki Burgman AN650A

 

 

Vorwort:

 

Von 2014 bis 2018 war ich auf der richtig tollen Honda Pan-European ST1300 unter-wegs. Zum damaligen Zeitpunkt mein absolutes Traum-Motorrad... mit einem bösen Haken: Ich bin nicht gerade mit langen Beinen gesegnet. Folglich waren Anhalten und Rangieren bei einem Leergewicht von ca. 330 kg immer eine anstrengende und auch "kippelige" Angelegenheit. Es musste also etwas anderes - auch in Bezug auf nach-lassende Kraft im Alter - zukunftsfähiges her. Bei der Suche nach Alternativen begegnete ich auch dem

 

 

 

Suzuki Burgman AN650A

 

 

 

Der Motorroller - neudeutsch: Scooter

 

 

Nähert man sich dem Burgman (in meinem Fall: EZ 04/2009), springt zuerst die wuchtige Erscheinung ins Auge. Deutlich wuchtiger, als es die Bilder erscheinen lassen.

Für Fahrer, die von einer Pan-European kommen, jedoch keinesfalls furchtein-flößend.


 

 

 

 

Beim Blick auf die Details lässt als Erstes der 56-l-Stauraum unter dem Sitz staunen. Da passen locker ein Helm, eine Jacke und Kleinkram rein. Für solo-Kurztouren kann also gut auf Seitenkoffer und Topcase verzichtet werden.

Der serienmäßige Stauraum wird durch drei Ablagefächer im Frontbereich ergänzt, eines davon abschließbar und mit Elektrosteckdose. Zusammen ca. 10 l Stauraum. Eine weitere Steckdose habe ich im rechten Ablagefach nachgerüstet.

Zur Vergrößerung des Stauraums für die große 2-Personen-Mehrtagestour habe ich ein Topcase und seitliche Kofferhalter, die recht dicht am Heck anliegen. Hier lassen sich verschiedene GIVI-Koffer einsetzen. Ich nutze wahlweise die "Case E45" oder etwas kleiner, die "Cruiser Case E21".

seitliche Kofferhalter
seitliche Kofferhalter

Weitere nette Goodies runden das positive Bild ab:

  • elektrisch einklappbare Spiegel (hilfreich beim Rangieren in der engen Garage)
  • "Burgi" hat eine Standlichtschaltung
  • das Zündschloss besitzt eine Schutzeinrichtung gegen "Fummler"
  • für den Komfort sind ist eine Fahrer-/Sozius-Sitzheizung vorhanden

 

Nachgerüstet sind:

 

 

 

- eine Griffheizung und

- zu meiner eigenen Sicherheit - gelbe

  Blinkerkontrollen.

 

Letztere sind auch bei Sonnenein-strahlung gut zu sehen. Der vergessene Blinker ist damit weitgehend passé.


 

 

 

Das Fahren mit dem "Burgi" (nach ca. 2.000 km, Anfang 2021):

 

 

 

 

 

"Fahren" beginnt bekanntlich bereits im Stand. Meiner Beinlänge kommt die niedrige Sitzhöhe entgegen. Mit beiden Beinen bin ich sehr sicher am Boden!

 

Mir persönlich gefällt die Sitzhaltung sehr gut. Man sitzt wie auf einem Sessel (Sitzbank unter den Beinen und nicht dazwischen). Auch meine Sozia fühlt sich gut und bequem aufgehoben.

Die Fußablagen sind für den Fahrer angenehm, da sie so lang sind, dass man das Knie auch mal im Cruiser-Modus strecken kann, ohne den Fuß vom der Auflage zu nehmen.

Wenn es dann losgehen soll, orientiert sich der Fahrer zuerst an einem ausreichend großen, klar gegliederten und ordentlich bestücktem Display.

Display mit Navihalter
Display mit Navihalter

In Bewegung musste ich mich anfangs zunächst an die Automatik gewöhnen. Anders als bei der Mehrzahl der Scooter handelt es sich hier um ein CVT-Getriebe, das mit einer 5-stufigen Elektronik so kombiniert wird, dass der Effekt einer 5-Gang-Automatik entsteht. Folglich muss man daran denken, dass die Fliehkraftkupplung auf den letzten Metern vor den Anhalten, z. B. vor einer Kreuzung, auskuppelt und dadurch natürlich der Vortrieb fehlt.

Angenehm: Durch manuellen Eingriff kann bei Bedarf rauf oder runter geschaltet werden und so, z.B. bei Bergabfahrt, die Motorbremse zielgerichtet eingesetzt werden.

Eine "Power-Taste" bewirkt eine Drehzahl-anhebung um ca. 500 U/min für einen flotten Überholsprint und das Getriebe kehrt beim erneuten Tipp auf die Taste in den Nor-malmodus zurück.

 

Übertragen wird die Kraft auf das Hinterrad durch einen Riemen.

 

 

 

Garniert wird das Ganze mit einer Fest-stell-(Park-)bremse, da sich das Getriebe bei "Motor aus" stets im Leerlauf befindet.

 

Diese Bremse wirkt manuell über einen Seilzug auf die hintere Bremsscheibe.

 


Das Drehmoment des Zweizylinders reicht für einen schnellen Start vollkommen aus und auch die Endgeschwindigkeit kann sich mit 160 km/h durchaus sehen lassen. Die 56 PS bei 640 ccm kommen aus einem Twin-Motor mit zwei wirkungsvollen Ausgleichswellen und sind für das Gewicht von ca. 300 kg völlig ausreichend.

 

 

Wegen der kleinen Räder (vo. 15", hi. 14") und den kurzen Federwegen (vo. 105 mm/hi. 100 mm), fängt der "Burgi" bei höheren Geschwindigkeiten an, etwas zu "hoppeln". Er nimmt also die Unebenheiten der Straße mehr wahr.

 

Das Kurvenfahren macht mit ihm dennoch genauso viel Spaß, wie mit der Pan-European. Auch enge Kurven sind, trotz der tiefliegenden Karosserie, kein Problem.

 

Bei Scootern ist der Spritzwasserschutz ja bereits kon-struktionsbedingt inklusive. Den "obenrum" Wind-/ Wetterschutz habe ich mit einer ca. 15 cm höheren GIVI-Scheibe mit integrierten Handwindabweisern auf "absolut ausreichend" verbessert. Die serienmäßige elektrische Scheibenhöhenverstellung (ca. 10 cm), könnte einen Tick großzügiger ausfallen.

 

Dennoch gilt: Ich bin ja bekennender "Regenvermeider". Doch selbst 120 km/h auf regennasser Autobahn sind in dieser Kombination sehr gut zu ertragen!

 

Klares Fazit: Ich habe den Wechsel bisher nicht bereut!

 

Redaktionelle Anmerkung Webmaster:

Ich bin insgeheim ja schon lange Freund der großen Scooter und

trotzdem hat mich diese Beschreibung noch positiv überrascht!

 

Die Fachpresse versteigt sich gar zu Komfort-Vergleichen

mit der Honda GoldWing oder der BMW K1200LT.

Wer möchte schaut z. B. hier:

Motorradonline.de oder Kradblatt.de

Schick - oder?
Schick - oder?

 

 

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