Italienische Momente  -  mit Freunden in der Toskana

 

 

01. - 09.06.2016

Startklar: der Trailer
Startklar: der Trailer

 

Seitdem der Motorrad-Trailer da ist, kreisen die Gedanken vermehrt auch um weiter entfernte Motorradziele. Wie sich die Dinge ändern können...  :-))  Gepäck- und Wetterfragen sind in den Hintergrund gerückt. Mehr Bedeutung bekam die Furcht vor dem großen Stau... der bis jetzt (Juni 2016) aber erfreulicherweise erspart blieb.

Angeregt durch einen Reisebericht im TV über die Toskana hatte sich bei Gaby und mir der Wunsch im Kopf festgesetzt: Da müssen wir auch mal hin! Im Gespräch mit guten Bekannten, ich nenne sie inzwischen Freunde, traf die Idee auf offene Ohren. Also zu viert auf in die Toskana.

 

Rasch war ein Termin gefunden und ebenso rasch hatten wir durch Nachfragen im "Honda-PanEuropean-Forum" die nötigen hilfreichen Tipps beisammen. Vor allem Rudi K., Josef K. und Andreas K. bewiesen sich als Quell der guten Ratschläge und sie lieferten auch gleich prima Routenvorschläge mit - herzlichen Dank!

Am Zwischenziel in Mantova
Am Zwischenziel in Mantova

Gaby´s und meine Anreise führte zunächst ins Mittel-fränkische zu unseren Freunden und von dort aus ging es dann mit zwei Trailern über Innsbruck und den Brenner nach Italien. Aus Sorge vor dem großen Stau hatten wir in Mantova eine Übernachtung eingeplant. Dies erwies sich im Nachhinein - trotz des italienischen Nationalfeiertages am 02.06. - als überflüssige Vorsicht. Dennoch waren wir zufrieden, hatten wir mit der "La Loconda dell´ Opera" doch ein B&B-Hotel erwischt, dass einen empfehlenswerten Halt für die Übernachtung oder die Stippvisite in Mantova darstellt. Ihr findet es auch in unseren Hotelempfehlungen. Und im Erdgeschoss des Hauses befindet sich ein nettes Restaurant!

Brotzeit italienisch: Lecker!
Brotzeit italienisch: Lecker!

Am 02.06. erreichten wir unser Ziel, das wirklich tolle und idyllisch gelegene B&B-Hotel "Ponte a Nappo" (Empfehlung Rudi!), in dem Signora Carla das Zepter führt. Und das tut sie ausgesprochen charmant und gastfreundlich. Hungrig kamen wir an, natürlich zur "Küche zu"-Zeit. Kein Problem. Nach wenigen Minuten standen Cappuccini und tolle "Brot-zeitplatten" (mir fehlt der italienische Begriff) auf dem Tisch. Herrlich! Italienische Momente! Grundsätzlich zu beachten ist: Das "Ponte a Nappo" ist ein B&B-Haus, in dem es Mittags kleine Snacks gibt. Und 2x pro Woche zelebriert Signora Carla ein empfehlenswertes 4-Gänge-Menü am Abend. In der übrigen Zeit ist der Gast auf Selbstversorgung oder den Sprung ins nahe San Gimignano angewiesen.

San Gimignano
San Gimignano

San Gimignano: Aus unserer Sicht ein absolutes "Must have" für den Toskana-Reisenden! Vom Hotel aus erfordert es ca. 15 - 20 Minuten Fußweg oder 2 Autominuten bis zum Stadt- tor. Tagsüber ist jedoch Nervenkraft gefragt, wenn ein Park- platz benötigt wird. Abends - so ab 19:00 Uhr - ändert sich die Lage. Die Scharen von Touristen streben Ihren Unter-künften entgegen und es wird ruhiger in San Gimignano. Unzählige Lokale mit Tischen an den Plätzen und den engen Gassen laden zur Einkehr ein - eine Qual der Wahl! Und nach dem Essen: Ein Desserteis beim "Eisweltmeister" oder seinen nicht minder guten Konkurrenten ist quasi Pflicht.

In den Gassen San Gimignano´s
In den Gassen San Gimignano´s

Außer dem Essen-fassen, bietet San Gimignano jedoch noch viel mehr. Das gesamte Städtchen ist ein Kleinod der Geschichte und die Gassen sind gespickt mit kleinen Geschäften, deren Waren zu betrachten es allemal lohnt.

In Reih und Glied: Toscana-Bäume
In Reih und Glied: Toscana-Bäume

 

Grundsätzlich waren wir aber zum Motorrad fahren ange- reist. Und das haut Dich auf diesen kurvenreichen, sich durch grandiose Landschaft schlängelnden Sträßchen wirk- lich um! Ich kann mich nicht entsinnen, jemals auf so vielen Kurven unterwegs gewesen zu sein. Ein Freudenfest für jeden "Kurvenjunkie". Gut, kaum Serpentinen wie im Hoch- gebirge. Aber die haben wir auch nicht vermisst. Und das Ganze in einer Vegetation, die wir Norddeutschen üblicher- weise bei "Planten&Blomen" zu bestaunen bekommen. Garniert wird das Ganze durch phantastische Zypressen-Alleen, mit den schlanken, hoch aufragenden Bäumen, die üblicherweise an herrschaftlich wirkenden Häusern enden. Bei Gaby & mir heißen die nur noch "Toskana-Bäume" - toll!

Oha! Wo ist das Profil?
Oha! Wo ist das Profil?

Die Straßen sind allerdings auch toll. Toll schlecht im Zustand. Das hat uns auch eine durchaus neue Erkenntnis eingebracht. Unsere Freunde waren mit der BMW K1600GT unterwegs. Und im direkten Vergleich mussten wir fest- stellen: Die moderne BMW meistert "eklige" Fahrbahnen doch bei weitem besser - also leichtfüßiger - als unsere Pan. Und ich habe mich durchaus bemüht dran zu bleiben - wirklich! Beweis: Bisher habe ich immer Reifenverschleiß-bilder bewundert, bei denen die Flanken weg waren und das Mittelprofil intakt. Zum erstem Mal sieht mein Hinterrad ebenso aus. Eine Folge war, dass nach drei (von möglichen sechs) Tourtagen, unser Motorrad stehen bleiben musste.

Küste bei Livorno
Küste bei Livorno

 

Apropos Straßen: Wählt man als Fahrtrichtung den Südosten - also mehr in die Region "Chianti" - sind die Straßen erheblich besser als im Kerngebiet der Toskana. Dennoch sollte man sich auch einen Ritt ans Mittelmeer gönnen. Vor allem der Steilküstenabschnitt zwischen Cecina und Livorno hat es uns angetan.

Siena: Piazza del Campo
Siena: Piazza del Campo

Dass wir nur 3 von möglichen 6 Motorradtagen zweirädrig unterwegs waren, war ärgerlich - schließlich hatte ich die erforderliche Restprofiltiefe für ca. 1.800 Toskana-km völlig falsch eingeschätzt. Schlimm war es aber nicht. Das Wetter bescherte uns "wechselhafte" Tage, die wir u. a. in der tollen Stadt Siena mit Sightseeing verbrachten. Unglaublich, was es dort alles zu sehen und zu bestaunen gibt. Wirklich kulturinteressierte Reisende können sicher mehrere Tage in Siena ohne Langeweile verbringen.

Alabaster: Kunst oder Kitsch?
Alabaster: Kunst oder Kitsch?

 

Und in Volterra waren wir. Ebenfalls ein Ort, der markant auf einer Bergkuppe liegt und ein Ortsbild zeigt, dass dem des bekannteren San Gimignano ebenbürtig ist. Volterra ist übrigens in dieser Gegend die Stadt für "Kunst aus Ala- baster". Abenteuerlich - schön und vieles auch kitschig - was die Künstler alles aus diesem merkwürdig durchscheinenden Material so alles anfertigen.

Tja - und dann waren unsere sechs Tage in der Toskana auch schon vorbei. Hier könnte der Bericht zu Ende sein, hätte unsere Rückreise nicht kleine Abenteuer bereit gehalten.

 

1. Abenteuer: Wir fahren los, nach wenigen 100 m Fahrtstrecke warnt das Display "zu geringer Luftdruck". Also geprüft. Ergebnis: An ALLEN sechs Rädern (Zugfahrzeug und Trailer) deutlich abgesenkter Luftdruck bei 1 - 1,5 bar. Hat uns doch jemand in der Nacht an den Rädern gefummelt!! Nach einer guten halben Stunde Pumperei geht die Fahrt weiter.

2. Abenteuer: Nach etwa 60 km leuchtet die Luftdruckkontrolle erneut. Ich denke: An einem Rad nicht sauber aufgepumpt - erwärmt sich jetzt. Werde ich bei erster Pipirast kontrollieren. Bei Mantova auf einen Rastplatz. Schock - rechtes Hinterrad völlig platt. Und beim Aufpumpen: Bei 2,5 bar - Knall - Karkasse zerrissen.

Und nun kommt ein Loblied auf ADAC und Bella Italia! ADAC angerufen. Nach 20 Sekun- den jemand in der Leitung. Zusage: Abschlepper kommt. 15 Minuten später: Abschlepper da! Ab zur Werkstatt. Neureifen erst am nächsten Tag verfügbar. Gebrauchtreifen? Nach 40 Minuten irgendwo in Bestzustand aufgetrieben. Schlappe 60 € bezahlt und knappe 3 Stunden nach der Panne wieder im Rennen!!! Das musste noch in diesen Bericht.

italienische Gaumenfreuden
italienische Gaumenfreuden

Umter´m Strich:

 

Ein ganz ganz toller Urlaub mit lieben Freunden in einer grandiosen Landschaft, einer faszinierenden Vegetation und mit lukullischen Genüssen, die dem Reisenden die "italienischen Momente" wirklich nahe bringen.

 

Zum Nachmachen und auch zum Wiederholen empfohlen!

Es grüßen Euch Eure

Gaby & Achim

 

 

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