Vive la France... wir kommen !

 

 

02.09. - 11.09.2014

 

Hase M. hatte sich durch Erzählungen anderer Biker "heiß auf französische Seealpen" machen lassen. Fast fünf Jahre bin ich diesem Wunsch ausgekniffen, da mir die Anfahrt unangemessen weit erschien und Frankreich nicht gerade zu den Urlaubsschnäppchen-Ländern zählt. Jetzt, im September 2014, war es nun soweit und ich ergab mich in mein Schicksal. Also auf in das Gebiet Provence-Alpes-Cote d´Azur!

Die Reiseregion
Die Reiseregion

Erheblich erleichtert wurde mir das Einstimmen auf dieses Vorhaben durch einen Reise-bericht von 2011 aus der Tastatur von Josef K., der von der durch zrudi fein ausgearbei- teten und geführten Tour erzählte. Da die uns sehr gut bekannte Reisegruppe weit mehr als "sehr zufrieden" mit Tour und Reiseverlauf war und ich außerdem die "Lizenz zum Abkupfern" erhielt, beschlossen wir, diese Reise nachzufahren. Problem: Da wir auf der Rückreise unbedingt zu "PANer & Friends" wollten, hatten wir im Zielgebiet zwei Tage weniger zur Verfügung als unsere Freunde. Einen Tag gewannen wir durch Weglassen eines Abstechers an die Cote d´Azur. Den zweiten Fehltag habe ich durch Änderungen an den Routen "hingefummelt"  :-))

Das Anreisegefährt
Das Anreisegefährt

Blieb noch die Frage nach der Art der Anreise: Die schönste Lösung - Anreise auf 2 Rädern schied aus, da wir keine Schnellstraßen fahren wollten und für die "der Weg ist das Ziel"-Reise war Gaby´s Urlaub zu knapp... müssen ja alle noch arbeiten, die jungen Dinger  :-)). Die Lösung "Autoreisezug" wurde aufgrund vergangener Erfahrungen und wegen des Preises ausgeschlossen. Helfer in der Not war Claus, der uns seinen komfortablen Motorradtransport-anhänger auslieh.

Die Route
Die Route

Die Route

Unser Toureinstieg startete in Valence am Hotel "MERCURE Valence Sud". Dort blieben Anhänger und Zugfahrzeug stehen. Die Route wandte sich nach Erreichen der ersten Bergzüge nach Süden, folgte dann parallel zur Cote d´Azur nach Osten, um dann auf der "Route des grandes Alpes" bis Valloire zu führen. Die Schlussetappe bildete der Rück- schwenk nach Westen bis Valence. An allen Tagen blieben wir in der Tagesetappe unter 300 km, um ausreichend "Stopp-Zeiten" zu haben und den älteren Herren am Lenker nicht zu sehr zu fordern.

anheimelnde Landschaften
anheimelnde Landschaften

Die Landschaft und das Klima

Apropos den älteren Herren am Lenker fordern: Eigentlich wollte ich ja nicht mehr ins Hochgebirge fahren... Meine Stresskurve - enge Serpentine rechts bergauf! Aber die netten Franzosen haben mir doch tatsächlich ein artgerechtes Gebirge hingebaut. Heißt: Von Vallence bis zum Einstieg in die "Route des Grandes Alpes" bei Valdeblore sind fiese Serpentinen eher die Ausnahme. Die wunderschöne Landschaft zeigt einen stets zunehmenden mediterranen Charakter und wechselt zwischen den Bergkämmen immer wieder in weitläufige Hochebenen. Sie führt von einem malerischen Stausee zum nächsten und lädt immer wieder zum Fotohalt ein. Den bis dorthin stärksten Eindruck von Hochgebirge bringt der "Gorges du Verdon" oder auch "Grand Canyon du Verdon" genannt. Mehr Serpentinen hält dann die grob parallel zur schweizer Grenze verlaufende "Route des Grandes Alpes" bereit. Die Landschaft wird nun deutlich schroffer, der Bewuchs erheblich karger und die kleinen Dörfer wirken vermehrt wie an die Felsen geklebte Schwalbennester - einfach genial schön - zumindest bei Kaiserwetter, wie wir es hatten. Klimatisch - morgens stets ca. 14°C, mittags um 24°C und 2x Regen nur in der Nacht - hatten wir es ausgezeichnet getroffen. Aus unserer Sicht trifft die Empfehlung "Beste Reisezeit September" zu.

auf schmalen Pfaden
auf schmalen Pfaden

Das Fahren und die Straßen

Die Straßen die wir erlebt haben - auch die im Format "winzig" - befanden sich in durchweg sehr akzeptablen Zustand. Das machen die Franzosen wirklich gut! Auch die Kurvenradien stellten mich nirgends vor ernsthafte Probleme - schön! Nur scheinen die Franzosen eine ausge-prägte Allergie gegen wirksame Absturzsicherungen zu haben. Und das, wo ich doch so ein "Höhenschisser" bin. Na ja, vieles wurde durch die extrem geringe Verkehrsdichte begünstigt. Wir hatten bewusst bis zum Ende der französi- schen Schulferien gewartet und auf freie Straßen und noch gutes Wetter gehofft. Beides wurde in vollstem Umfang verwirklicht. Aber auch wenn ich den französischen Straßen- bau und die Verkehrsdichte gerade gelobt habe: Zum "Unachtsam sein" ist die Gegend auf keinen Fall geeignet. Zum Teil sind die Straßen sehr schmal, absolut nicht voraus-schaubar, mit Gesteinsbrocken aus den Felswänden gespickt und die Kurvenverläufe sind "nicht harmonisch". 100% Aufmerksamkeit ist stets gefordert.

Auch Aufmerksamkeit fordert der Blick auf die Tankuhr. Das Tankstellennetz ist deutlich dünner als in Deutschland und am Sonntag sind (außer Autobahnen und Großstadt-zentren) alle Tankstellen zu. Allerdings bieten die meisten Tankstellen außerhalb der Öffnungszeiten Automatentanken mittels Kredit- und/oder ec-Karte an. Nur: Welche Karte der Automat akzeptiert und wie er bedient wird bzw. ob er überhaupt funktioniert ist ein französisches Mysterium... also rechtzeitig ans Tanken denken!

eines der angenehmeren Hotels
eines der angenehmeren Hotels

Die Menschen, die Hotels und das Essen

Wo wir auch hinkamen, begegnete man uns freundlich und hilfsbereit. Stets auch mit dem Willen, die Sprachbarrieren zu überwinden. Übrigens: Wir trafen auf überraschend viele Menschen, die zumindest über Grundkenntnisse in Englisch verfügten.

Wir sind bei unserer Reise auch einer historischen Lüge auf die Spur gekommen! Essen wie Gott in Frankeich? Auweia - zumindest im Bereich der "Hautes Alpes" und "Hautes Provence" hat sich der Gott der Genüsse garan tiert niemals blicken lassen - gräßlich! Und das zu Preisen, die geschätzt 30 - 35% über dem deutschen Niveau liegen...

Dieses erhöhte Preisniveau gilt auch für die von uns besuchten Hotels, von denen wir verwöhnten Reisenden keines uneingeschränkt empfehlen können. Im schönsten Haus haben Gaby die Bettwanzen erwischt, vielfach zeigt sich unübersehbarer Renovierungs- stau - oder ist das französisches "laissez faire"?

Abfahrt vom Col de la Bonnette
Abfahrt vom Col de la Bonnette

Fazit

 

Und nun wollt Ihr wissen, welche Col´s wir gefahren sind? Na, Ihr wisst ja: Ohne mein Garmin sage ich dank schlechtem Gedächnis nix. Sicher ist: Col de la Bonnette, Col du Galibier, Col de la Cayolle, Col de Restefond und Col de Vars waren dabei. Wer daran interessiert ist: Die Routen sind, incl. der Hotels, in unserem Routenarchiv zum Download verfügbar.

Im Endergebnis sagen wir: Schön, dass wir die Tour gemacht haben! Es war so schön, so beeindruckend, so anheimelnd, so ergreifend, dass wir uns glatt noch einmal an eine solche Runde heranwagen könnten!

 

Anmerkung am Rande: Wer sich den knapp 2,50 m hohen Anhänger hinter unserem kleinen Zugwagen anschaut und weiß, dass der A3 ein Benziner ist, hat möglicherweise den Kopf geschüttelt. Das haben wir unterwegs auch getan. Auf den 2.430 Reise-kilometern sind im Schnitt 18,3 l/100 km verbraucht worden. Das entspricht ca. 420 €. Hinzu addieren sich ca. 220 € Autobahnmaut... da bekommen die Kosten des Autoreise- zuges gleich einen anderen Stellenwert...  :-))

 

Herzlichst

Eure

Gaby & Achim

 

 

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