Honda NC750X (DCT) - Tourentauglichkeit verbessern

 

 

Redaktionsstand: 05/2020

Text: Achim

Fotos: Achim

 

 

schlank und schick: Honda NC750X DCT aka "Little Daisy"
schlank und schick: Honda NC750X DCT aka "Little Daisy"

Ausgangslage:

Die "Soft-Enduro" NC750X teilt das Schicksal vieler Enduros: Ihre Domäne ist das Reisen auf der Straße, weniger das Räubern über Stock und Stein.

Entsprechend versucht auch Gaby ihre "Little Daisy" in Richtung Tourentauglichkeit zu pimpen. Und es ist nicht weiter verwunderlich, dass der Hersteller bei einem Einstands-preis von unter 9.000 € mit serienmäßigen "Extras" sparsam agiert und Luft zum "Nachrüsten" lässt.

 

Also, ran ans Objekt!

1. Gepäcklösungen:

 

Einen 22-l-Stauraum hat bereits der Her-steller dort spendiert, wo man den Tank vermuten könnte. Das Verwahren von Helmen sollte dort wegen der Kratzgefahr für die Helmschale aber unterbleiben.


TC: Honda 45 l, Koffer: Hepco 22 l
TC: Honda 45 l, Koffer: Hepco 22 l

Der Erstbesitzer nutzte "Little Daisy" im 2-Personen-Betrieb und mit dem entsprechenden Transportraum-bedarf. Das original Honda 45-l-Topcase (ca. 1.000 €, incl. Träger) gab er der NC mit. Optisch ist dieser Riesenpott für die schlanke Maschine nicht der Hit. Leider passen kleinere Honda-TC´s nicht auf den Träger und wird der Träger geändert, lassen sich die hübschen "Hepco Royster"-Seitenkoffer mit 22 l Inhalt an "C-Bow-Haltern" (ca. 370 €) nicht mehr montieren.

 

Eine deutlich dezentere und 30 l große Variante aus dem GIVI-Programm fand sich im Hause Louis.

 

Dieses Topcase wird derzeit (05/2020) für 55 € angeboten und beinhaltet bereits die Adapterplatte und - anders als im Angebot beschrieben - auch eine Abdeckplatte (falls ohne Topcase gefahren werden soll) und einen Befestigungssatz.

 

Mit etwas Tüfteln und fummeln ließ sich das Topcase sicher befestigen.

 

Es ist so schlank wie die Silhouette des Motorrades und die Adapterplatte trägt nur wenig in der Höhe auf - passt!

Dafür, dass die beladene Fuhre auch sicher steht, sorgen ein original Honda-Haupt-ständer (190 €) und eine Hepco&Becker-Seitenständerplatte (50 €).

2. Navigation:

Zubehörsteckdose/Handyhalterung
Zubehörsteckdose/Handyhalterung

Bereits beim Kauf montiert war die original Honda Zubehörsteckdose (100 €).

 

Da die Fahrerin ihr Smartphone zur Navigation nutzen möchte, wurden ein "USB-Adapter" (15 €), ein kurzes "USB-Ladekabel" (10 €) und ein Handy-Lenkerhalter aus dem "Brodit"-Sortiment (ca. 100 €) ergänzt.

 

Der Eindruck des Bildes täuscht: Der Handyhalter trägt deutlich weniger auf, als es erscheint.

3. Komfort, Wind- und Wetterschutz

Grundsätzlich ist ein automatisch schaltendes Getriebe bereits eine sehr komfortable Sache. Dennoch gibt es Gelegenheiten, bei denen sich die Fahrerin manuellen Eingriff wünscht. Dies ist über die Lenkerarmaturen möglich.

 

Angenehmer - weil so gewöhnt - ist es über einen Fußschalthebel. Dieser wurde aus dem Hondazubehör für ca. 300 € nachgerüstet

Heizgriffe
Heizgriffe

Für den tourenorientierten Fahrer sind warme Hände in der Übergangsjahreszeit und bei usseligem Wetter sehr willkommen.

Es wurden daher original Honda-Heizgriffe für teure ca. 350 € nachgerüstet.

Neben dem Nachteil des hohen Preises haben diese den Vorteil, dass sich dadurch der Griffdurchmesser nicht vergrößert (wichtig für Fahrer mit eher kleinen Händen) und die Heizungssteuerung ist sauber im Griff integriert.

Auf der Seriensitzbank der NC750X sitzt es sich gut. Was fehlte war eine Popoheizung. Es war zu überlegen, ob der Sattler eine Heizfolie einbringen soll oder ob es ein alternativer Sitz mit integrierter Heizung wird.

Da von der Vorgängermaschine (CBF600SA - Fahrbericht) gute Erfahrungen mit einer beheizten SHAD-Sitzbank bestanden, wurde diese Lösung für ca. 400 € erneut gewählt. Dabei sind in diesem Fall Original- und Nachrüstbank in den Abmessungen identisch. Mit einer Ausnahme: Das "SHAD-Soziusbrötchen" hat einen kräftigen Höcker, der der Fahrerin das Aufsitzen erschwert. Gaby fährt jetzt die Kombi SHAD - vorn, Honda - hinten. Das geht durchaus ok. Allerdings ist die Heizungssteuerung der SHAD-Bank etwas klobig ausgefallen.

Die Fahrerin störte ein permanenter Luftzug auf den Halsbereich mit Verwirbelungen am Helm. Dem wurde mit einer Windschild-Höhenverstellung von Bruudt für 60 € entgegen-gewirkt.

Der Satz bringt die Scheibe in der untersten Position ca. 5 mm höher und bietet einen Verstellbereich um bis zu weiteren 45 mm nach oben.

Dabei kann weiterhin gut über den oberen Scheibenrand hinweg geschaut werden. Luftzug und Verwirbelungen konnten so deutlich gemildert werden. Auch bei Regen schlägt sich diese Kombination ganz ordentlich. Leider wurde die Geräuschentwicklung jenseits der 100 km/h negativ beeinflusst. Ein wenig lässt sich das durch Verschließen des Hinterlüftungsschlitzes in der Scheibe reduzieren.

Um dem Geräusch grundsätzlich zu Leibe zu rücken, wurde eine "hohe Tourenscheibe von PUIG" angeschafft (ca. 120 mm höher als die Serienscheibe) und auf die "Bruudt"-Verstelleinrichtung montiert. Diese Scheibe kostet derzeit bei Louis ca. 80 €. Jetzt (Ende 05/2020) geht es damit auf Testfahrt.

Deutlich zu sehen ist, dass die neue Scheibe mehr Höhe mitbringt. Sie ließ sich problemlos in ein paar Minuten montieren und besitzt eine ABE, die auf ein Kederband um die Scheibe verzichten kann. Auch kann die Fahrerin immer noch gut über die leicht nach vorn geneigte Scheibenoberkante hinweg schauen. Der Lenkervolleinschlag wird nicht behindert und auch die spätere Montage von Handschützern wird noch möglich sein.

Fazit der Bikerin: "Die ist es - prima Wetterschutz, deutlich reduziertes Geräusch!"

4. Fahrzeugschutz:

Zum Schutz der Holmbeschichtung und der Dichtringe kommen "Gabelprotektoren" (15 €) zum Einsatz.

Diese werden durch Kabelbinder in Posi-tion gehalten. Mal schauen, ob das so aus-reicht.


Der vordere Kotflügel ist ab Werk arg kurz geraten. Folge: Das Vorderrad wirft Schmutz gegen die Kühlerlamellen und durch das Belüftungsloch im Motorschutz auch gegen den Abgaskrümmer und den Katalysator.

Eine schlicht gehaltene Kotflügelverlängerung von Puig (30 €) schafft Abhilfe. Um nicht bohren zu müssen, wurde die Verlängerung mit einem 2-K-Kleber von Ber-Fix (ca. 15 €) flächig verklebt.

Passt - und sieht gut aus!

Das Dashboard ist schick anzusehen, ist mehr als ausreichend bestückt und bietet unglaublich viele individuelle Einstellung-en. Leider kann die Abdeckscheibe je nach Lichteinfall spiegeln und sie ist auch kratzempfindlich.

Abhilfe schafft eine Folie von "SPEEDO ANGELS" (ca. 15 €).


Ergebnis:

In die Verbesserung der Tourentauglichkeit wurden bisher ca. 3.200 € (Stand 05/2020) investiert. Manches wird seine Tauglichkeit (z. B. Scheibenhöhenverstellung) erst noch beweisen müssen und das Ein oder Andere wird wohl auch noch ergänzt (z. B. Hand-Windabweiser).

Mit diesen Investitionen erhält der günstige Einstandspreis (2019: ca. 9.000 €) auch eine andere Nuance.

 

Unter´m Strich:

Aus unserer Sicht immer noch ein guter Preis für ein sehr schickes Motorrad!

 

 

 

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