Die Abreißsicherung / Das Abreißseil / Die Abreißseilöse

 

 

05/2020

 

Wohl Jedem, der sich schon mit Anhängern hinter PKW befasst hat, ist der Begriff "Abreißseil" geläufig. Nicht selbstverständlich ist, in welchen Fällen ein Abreißseil Vorschrift ist und wie es gehandhabt wird.

 

Daher hier dazu ein kleiner Exkurs und ein Tipp:

 

In Deutschland gilt:

  • ungebremste Anhänger bis 750 kg zGG benötigen KEINE Abreißsicherung
  • mit Auflaufbremse gebremste Anhänger benötigen ein Abreißseil. Dies kann lose über die Anhängekupplung gelegt werde. Weitere Vorschriften bestehen nicht.

In den Niederlanden, in Österreich und der Schweiz gelten erweiterte/abweichende Vorschriften, die AUCH AUF IN DEUTSCHLAND ZUGELASSENE Anhänger angewendet werden!

Verstöße können empfindliche Bußgelder, ggf. - und das ist dann u. U. noch ärgerlicher - auch eine Untersagung der Weiterfahrt zur Folge haben.

Für die Niederlande gilt:

  • sowohl gebremste als auch ungebremste Anhänger benötigen ein Abreißseil oder -kette
  • diese müssen an eine spezielle Buchse oder Öse an der Anhängerkupplung einge-hängt werden (häufig als "Hollandöse" bezeichnet)
  • eine lose über die Anhängerkupplung eingehängte Abreißsicherung reicht nicht aus

Für Österreich gilt:

  • auch hier ist, egal ob ungebremst bis 750 kg zGG oder gebremst bis 1.500 kg zGG, eine Abreißsicherung vorgeschrieben
  • wie diese einzuhängen ist, ist jedoch nicht festgelegt

Für die Schweiz gilt:

  • sowohl für ungebremste (bis 750 kg zGG) als auch gebremste Anhänger bis 1.500 kg zGG, ist eine Abreißsicherung erforderlich
  • ein einfaches Überwerfen des Abreißsicherung über den Kugelhals der Anhänger-kupplung ist nicht ausreichend - eine integrierte Öse oder nachgerüstete "Hollandöse" ist bei starren und versenkbaren Anhängerkupplungen erforderlich
  • bei abnehmbaren Anhängerkupplungen wird grundsätzlich eine am Fahrzeug (z. B. Achse) angebrachte Öse verlangt. Wo dies nicht zumutbar ist, wird ausnahms-weise auch eine Öse am Kupplungshals akzeptiert

Quelle (u.a.): ADAC

Da die Halterungen/"Ösen" zur Befestigung der Abreißsicherung ansonsten nicht weiter spezifiziert sind, gibt es im Falle der starren und der abnehmbaren Anhängerkupplungen keine echte Problematik.

Eine stabile Rohrschelle, eine Klemmeinrichtung oder ähnliches werden sich immer finden und montieren lassen.

"Sorgenkinder" sind die modernen und komfortablen einklappbaren/einschwenkbaren Anhängerkupplungen. Werden hier nachträglich "Klemmschellen" o. ä. angebracht, wird häufig der Klappmechanismus behindert und aus der komfortablen Schwenk-Kupplung wird eine starre Anhängerkupplung.

Erschwerend kommt hinzu, dass für jede "Schwenkkupplung" aufgrund der individuellen ZugFzSituation andere Lösungen gefunden werden müssen.

 

Für diese Fälle nun mein

 

Tipp

(am Beispiel des VW-Tiguan 5N)

Anbausatz "Tiguan 5N"
Anbausatz "Tiguan 5N"

 

 

 

Die Firma "LOHTEC" (möglicherweise gibt es auch andere Anbieter - bitte selbst recherchieren) bietet für zahlreiche gängige Fahrzeuge mit schwenkbarer Anhängerkupplung Nachrüstsätze "HollandÖse" an.

 

 

Dazu wird die "Elektrodose" (meist mit nur 2 Schrauben befestigt) aus dem Kugel-hals entnommen.


 

 

 

 

Das "Ergänzungsteil" aus der LOHTEC-Lieferung wird aufgelegt...

 

 

... und mit den mitgelieferten Schrauben/U-Scheiben wieder im Kugelhals verschraubt

 

FERTIG

 

Damit ist die Anhängerkupplung "Europa-reisefähig", geht jeder Diskussion/Bußgeld-androhung/Weiterfahrverbot aus dem Weg und die Nutzung in Deutschland ist zwar nicht vorgeschrieben, wohl aber auch ein kleiner Sicherheitsgewinn.

 

Aufwand:

Kosten: ca. 30 €

Zeit: ca. 10 Min.

 

 

Hinweis:
Die verwendeten Handelsnamen und Marken sind, auch ohne besondere Kennzeichnung, im Besitz der jeweiligen Firmen und unterliegen dem jeweiligen marken- oder patentrechtlichen Schutz.

 

 

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